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Artikel vom 26. 1. 2010

Die Entscheidung eines Deserteurs ist nicht abstrakt

Connection e.V. erhält den Förderpreis der Martin-Niemöller-Stiftung

Die Initiative Connection e.V. / Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure in Offenbach erhält den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis der Martin-Niemöller-Stiftung.

Der seit 1993 bestehende Verein Connection tritt auf internationaler Ebene für ein umfassendes Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein. In vielen Ländern werden Menschen für den Krieg zwangsweise rekrutiert; Verweigerer werden diskriminiert und verfolgt. Die prekäre Situation im Herkunftsland zwingt viele Kriegsdienstverweigerer zur Flucht. Die Verweigerung wird jedoch zumeist nicht als Asylgrund anerkannt. Connection e.V. fordert Asyl für Kriegsdienstverweigerer aus Kriegsgebieten und bietet Flüchtlingen Beratung und Information an. Er setzt sich für die Selbstorganisation von Flüchtlingen ein und arbeitet mit Gruppen zusammen, die sich gegen Krieg, Militär und Wehrpflicht engagieren.

Der Verein erhält  den Preis,weil er sich für ein verdrängtes Thema einsetzt, sagt Martin Stöhr, der Vositzende der Martin-Niemöller-Stiftung, zur Begründung.  Die Entscheidung eines Deserteurs, nicht an einem Krieg teilzunehmen, ist keine abstrakte Entscheidung, sondern die konkrete Gewissensentscheidung, nicht zu töten. Connection e.V. macht die Probleme und die Situation dieser Menschen öffentlich und setzt sich für sie ein.

Mit dem Förderpreis ehrt die Martin-Niemöller-Stiftung Personen oder Gruppen aus, die gewaltfrei, aber engagiert im Geiste Martin Niemöllers für die Rechte anderer und damit für Gerechtigkeit und Frieden eintreten.

www.connection-ev.de

 

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